Seit seinem Bestehen ist der 1648 vollendete Freulerpalast das bekannteste Gebäude im Kanton Glarus. Zutreffend schrieb der Zürcher Hans Conrad Escher bereits 1688: «In summa, es ist ein Palast, wie er in der ganzen Eidgenossenschaft nicht oder kaum zu finden ist.» Tatsächlich ist der prächtige Freulerpalast im Bereich des Haus- und Schlossbaus das bedeutendste Gesamtkunstwerk der Schweiz aus dem 17. Jahrhundert.

Kaspar Freuler liess sich 1642–1648 im heimatlichen Näfels den prachtvollen Palast erbauen, der in der Schweiz einzigartig dasteht. Weder Pläne noch Schriftstücke dokumentieren die Bauzeit. Die Namen des Architekten und der meisten Kunsthandwerker kennen wir nicht. Der herrschaftliche Wohnsitz blieb bis 1837 im Besitz von Freulers Nachkommen. Dann kaufte ihn die Gemeinde Näfels. Sie nutzte den Palast als Schul-, Armen- und Waisenhaus sowie als Gemeindekanzlei.
1936 erwarb die «Stiftung für den Freulerpalast» das verwahrloste Gebäude und liess es 1937–1942 renovieren und bis 1946 als historisches Museum einrichten. 1983–1991 wurden die Fassaden und die Innenräume denkmalpflegerisch sorgfältig restauriert. Besonderen Wert legte man auf die Wiederherstellung der ursprünglichen Farbgebung.