EXPRESSION RUSSE – IMPRESSIONS SUISSES

VIKTORIJA ZABRODAITĖ FLÖTE

EUGENIJUS ČIPLYS BIRBYNĖ

VILMA ZBINDEN KLAVIER

09.08.
11.00

EXPRESSION RUSSE – IMPRESSIONS SUISSES

Die mit einem Schallbecher aus Kuhhorn versehene Birbynė ist die litauische Variante der Jahrtausende alten und über ganz Europa verbreiteten Hornpfeife. Obwohl sie instrumentenbaulich mit der Klarinette verwandt ist, erinnert ihr Klang an den der Oboe und wird oft mit der menschlichen Stimme verglichen.

Nachdem die Birbynė vor hundert Jahren, von Klarinette und Akkordeon verdrängt, beinahe ausgestorben war, hat der moderne Instrumentenbau eine Renaissance dieses Instrumentes ermöglicht. Zusammen mit der Zither gilt die Birbynė als Inbegriff litauischer Volksmusik, ist aber auch eine Bereicherung jedes Musikstiles von der Renaissance bis heute. Zusammen mit der Flöte ergibt sich bei den gespielten Trios ein Klang, welcher den der Originalbesetzungen kaum vermissen lässt.

09. AUGUST 2020 | 11 UHR
EINTRITT
FREI (KOLLEKTE)
ANSCHLIESSEND APÉRO

César Cui (1835–1918) wurde als Sohn eines napoleonischen Offiziers und einer litauischen Adligen in Vilnius geboren. Cui, der auch Ingenieur und Professor an der Militärakademie war, gehörte als gefürchteter Musikkritiker zu den Vorkämpfern einer betont russische Musik (dem sogenannten «Mächtigen Häuflein»). Ob man aber auch seine Werke als typisch russisch empfinden will, überlassen wir dem geneigten Publikum.

Paul Juon (1872–1940) war der Enkel eines von Graubünden nach Russland ausgewanderten Zuckerbäckers. Paul Juon studierte an der Moskauer Musikhochschule, war Professor für Komposition in Berlin und verbrachte seinen Lebensabend in Vevey. Sein mehr als 100 Kompositionen umfassendes Werk ist von Spätromantik, russischer Volksmusik und nordischem Kolorit geprägt und soll nach ihm «zu den Sinnen, zu der Seele sprechen».

Dimitri Schostakowitsch (1906–1975) ist dem westlichen Publikum vor allem für seine 15 monumentalen Symphonien und seine ergreifenden kammermusikalischen Werke bekannt. Doch hat er sich auch gelegentlich von leichterer Muse inspirieren lassen, so bei den «Fünf Stücken» für Trio, bei denen Salonmusik und russische Folklore, vor allem wenn sie mit Flöte und Birbynė gespielt werden, eine ganz andere Seite des Komponisten zeigen.

Claude Debussy (1862–1918) lernte das Berneroberland als siebzehnjähriger Haus-pianist der reichen russischen Witwe Nadejda von Meck kennen. Vielleicht ist «En bateau» aus der zehn Jahre später erschienenen «Petite Suite» der Nachklang einer Bootsfahrt auf dem Brienzersee?

Von Debussy und seiner Russin hochgeschätzt ist Joachim Raff (1822–1882). Der in Lachen als Sohn einer Schweizerin und eines Deutschen geborene Komponist machte eine musikalische «Tellerwäscherkarriere»: Primarlehrer in Rapperswil – Assistent von Franz Liszt – Gründungsdirektor der Musikhochschule Frankfurt. In vielen seiner programmmusikalischen Werken werden die Naturschönheiten der Schweiz besungen, so auch in der «Alpenlandschaft» aus seinen «Reisebildern».

Sind wir schon in der Schweiz, lassen wir die Matinee mit den schönsten Melodien aus «Wilhelm Tell» von Rossini ausklingen und zwar in einer Fantasie des französischen Flötenvirtuosen JULES DEMERSSEMAN (1833–1866).

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